Der Name Hinduismus ist keine Religionsbezeichnung im engeren Sinne, sondern bezieht sich auf die gesamte Zivilisation der Hindus. Hindu ist ein persisches Wort und bedeutet einfach Inder. Die hinduistische Zivilisation entwickelte sich seit dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend kontinuierlich bis zur heutigen Zeit. Dabei nahm sie in Auseinandersetzung der indischen Urbevölkerung und der britischen Kolonialmacht Einflüsse auf.

Die Anbetung des Berges Govardhan - indische Miniatur


Die Religion lässt sich in sieben verschiedene Entwicklungsphasen unterscheiden:

Vedische Periode
Brahmanismus
Klassischer Hinduismus
Puranische Periode
Monotheistischer Hinduismus
Das Zeitalter des Bhakti
Moderner Hinduismus
Verschiedene Klassen von Göttern, die die Naturkräfte personifizieren, wurden verehrt. Z. B. Adityas oder Varuna. Sie wurden angerufen, um ihren Segen für die Menschen im Diesseits zu erbitten. Ein bedeutender Ritus war ein Pferdeopfer. Es diente der Steigerung des Ansehens des Königs. Ein anderer Ritus war das Feueropfer, das die Regeneration der Naturkräfte und des Universums garantieren sollte. Später überzeugte die Ansicht, dass durch die Verbindung mit Materie, sich die Seele fälschlicherweise mit dieser identifiziert und ihr ewiges Wesen vergisst. Nur durch den Yogaweg, der bestimmte Reinigungsgebote, körperliche Übungen und Meditationstechniken vorschreibt, befreit man sich von der Unkenntnis ihrer selbst und damit vom Kreislauf der Wiedergeburten. Wieder eine andere Richtung lehrt die sogenannte atomistische Kosmologie, welche die Natur in verschiedene Substanzen einteilt, die in verschiedenen Qualitäten auftreten. In kosmischen Perioden der Weltauflösung bewahren die Seelen ihre guten und bösen Taten, verbinden sich mit den Atomen und leiten einen neuen Schöpfungszyklus ein.