Da gibt es keinen Unterschied zwischen Juden und anderen Völkern; 
Gott ist ein und derselbe Herr, 
der aus seinem Reichtum alle beschenkt, die ihn darum bitten. 
Denn jeder, "der den Namen des Herrn anruft, 
wird gerettet werden". 

Römer 10,12-13

Das Judentum stellt eine der ältesten lebenden Weltreligionen dar. Für Christentum und Islam gilt die jüdische Religion als Vorläuferin, deren Glaubensinhalte erst in ihnen zur Vollendung kommen. So beruft sich auch das Christentum auf das Alte Testament, aus dem die vier Elemente der jüdischen Identität ersichtlich sind: Das Land Israel, die Thora, Gott und das Gottesgebot.

Die Einzigartigkeit dieser Begriffe, machten die Elemente des Bundes zwischen Gott und seinem auserwählten Volk aus. Jude war, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder sich zu diesem Bündnis bekannte. 

Soziale Missstände führten zum Abfall von zehn der zwölf Stämme Israels. Sie bildeten ein eigenes Königreich im nördlichen Landesteil, die Stämme Juda und Benjamin das Königreich Juda, das mit Jerusalem im Besitz des Tempels als Nationalheiligtum blieb. Assyrer zerschlugen 722 v. Chr. das Nordreich, Juda beugte sich der Fremdherrschaft. Seitdem gab es nur noch die Abkömmlinge Judas, die Juden.

Im Nationalsozialismus leitete Hitler und sein Regime aus reiner Rassenideologie das Recht zur millionenfachen grausamsten Vernichtung der Juden in den Konzentrationslagern ab. In der Konsequenz näherten sich Zionisten und Universalisten einander an, was sich in den Hilfsaktionen vor allem der amerikanischen Juden für Israel bis heute zeigt. Ferner wanderten viele nichtzionistische Juden nach Palästina aus, wo ihre Gegenposition zum Zionismus in den problematischen Fragen nationaler und staatlicher jüdischer Identität und der Haltung zum Palästinenserkonflikt zum Tragen kommt. Schließlich resultiert aus den an den Juden begangenen deutschen Verbrechen das psychologische und politische Sonderverhältnis der Bundesrepublik Deutschland zu Israel.

Judentum:

- weltweit mehr als 14 Mio. Juden
- Israel ist Gottes auserwähltes Volk
- Gott hat das Volk zu sozialer und religiöser Solidarität verpflichtet
- anders als andere Religionen versuchten Juden seit der Zerstörung des Tempels nicht, Angehörige anderer Religionen zu missionieren
- während in orthodoxen jüdischen Gemeinden streng auf die Trennung von Mann und Frau geachtet wird, gibt es in liberalen Gemeinden wie etwa in den USA auch Rabbinerinnen
- eine übergeordnete religiöse und kirchliche Institution existiert nicht
- Zentrum der Gemeinde sind die Synagoge und der Gottesdienst
- die Formel "Auge um Auge, Zahn um Zahn" gilt nicht als Freibrief für Rache, sondern sie soll Schaden begrenzen
- Katastrophen und Verfolgungen werden als Folge von Ungehorsam gegenüber Gott gedeutet